Yoga - eine ideale Rückenschule


Wie können wir mit Yoga unseren Rücken stärken, durchgestalten und mit neuen Kräften beleben?

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Wohl fast jeder hat sie mal kennengelernt, Rückenschmerzen. Vielleicht einfach die Verspannung nach harter Arbeit, der Hexenschuss oder eben auch schwieriger: Bandscheibenprobleme, chronische Schmerzen und Muskelverhärtungen. Die Ursachen können vom Knochen bzw. auch von den knorpeligen Bandscheiben ausgehen und/oder auch einfach muskulärer Art sein, sodass die Schwachstelle oft bretthart und verkrampft erscheint. Lange Zeit kann aber die einseitige Belastung oder die fehlende Muskulatur keine Beschwerden machen. Erst im Laufe der Zeit macht sich der so belastete Rücken durch Schmerzen bemerkbar oder es fährt die Hex' auch mal unmittelbar hinein. Weiterhin gibt es viele anlagemäßig begünstigte Schwächungen des Rückens wie den Rundrücken (Hyperkyphose), das Hohlkreuz (Hyperlordose) oder auch die seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose).
Ein gesunder Rücken braucht zu seiner Gesunderhaltung immer auch eine gesunde Muskulatur. Diese ist vielfach zu schwach und einseitig ausgebildet. Nicht aber allein Muskelmasse ist gefragt, sondern die richtige Beanspruchung der unterschiedlichen Bereiche des Körpers und des Rückens auf differenzierte Weise. Hier nun kann der Yoga unter guter fachlicher Anleitung grosses Bewirken.
Nicht Kraft sondern Formung
Es ist charakteristisch für den Yoga, ganz besonders wie er hier vermittelt wird, dass die Übungen (āsana) nicht aus reiner Kraft praktiziert werden, sondern vielmehr aus einer feinen und sorgfältigen Koordination ihre Aktivierung erhalten. Vielfach erlebt man die Rücken der Menschen in der Summe oft sehr verhärtet und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.

Der Schultergürtel ist bei vielen Menschen stark verspannt und auch der mittlere Rückenabschnitt, die Brustwirbelsäule, unterliegt heute meist einer geringen Beweglichkeit und ist ebenso in ihrem muskulären Anteil oft verdichtet. Die verschiedenen Yogaübungen kennzeichnen sich durch ihre konträren Bewegungsformen: Auf eine Vorwärtsbeuge folgt meist eine Rückwärtsbeuge, sodass sich das Spiel zwischen Dehnung und Kontraktion auf ideale Weise ergänzt. In den verschiedenen Übungen lernen wir die Bewegungen in sich zu gliedern, wir kommen aus einer Kompaktheit mehr zu einer Differenziertheit und dies in Verbindung eines achtsamen Umgangs mit dem Atem fördert im Laufe der Zeit eine ganz neue Durchgestaltung unseres Rückens.
Die bedeutende Rolle des Atems
Gerade der meist unbewusst fixiert gehaltene Atem in unserem täglichen Leben, bedingt durch Streß und viele Gewohnheiten, begünstigt muskuläre Verspannungen. Unser Körper verdichtet sich, er wird härter. Wir erleben uns oft - ohne sich dessen aber immer gänzlich bewusst zu sein - in einer dichten, Körperhülle wie hineingepfercht und verlieren immer mehr ein gesundes Körpergefühl. Wer erlebt schon seinen Rücken bewusst und aufgerichtet? Wohl niemand. Den Rücken merken wir doch eigentlich nur dann wenn er weh tut.

Hier möchte der Yoga zu einem gesünderen Körper und einem gesünderen Körpergefühl beitragen. Genauer gesagt möchte ein reifer Yoga auch unser Bewusstsein auf aktive Weise anregen, dass sich der Mensch somit in der Summe in einem gesünderen Leib-Seele-Gefüge erfährt. Ein Erleben das sehr viele Menschen heute gar nicht kennen - die Routinen in unserer Bewegung wie auch in unseren Gewohnheitsmustern verschließen oft das feinere Erleben.


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Eine gegliederte Bewegung führt zu einem neuen Körpergefühl und einer feineren Wahrnehmung

Eine Yogaübung kennzeichnet sich immer durch eine differenzierte Bewegung die schließlich in den meisten Stellungen in eine statische Phase des ruhigen Haltens einmündet. Die Rückenmuskulatur wird auf aktive Weise geschult und die Wirbelsäule in ihrer Haltekraft eigenaktiv trainiert.
Im Halbmond wächst der Übende dynamisch aus der Mitte des Rückens empor und läßt dabei gleichzeitig weitestgehend die Schultern gelöst, während eine solide Basis im unteren Rücken und im Becken gegeben ist.
Es entsteht eine gegliederte und elegante Form. Der Atem verbleibt im freien Fluß, eine achtsame Wahrnehmung und Bewusstheit begleiten die Übung. Recht bald wird man bei regelmäßiger Übungspraxis feststellen, dass das neue und gegliederte Erleben des Körpers sich auch auf das tägliche und soziale Leben überträgt. Wir erleben auch unsere Umwelt und Mitmenschen feiner und differenzierter.
Die Anregung von Ätherkräften und die damit verbundene Regeneration

Halten wir eine Yogaposition für einige Zeit, so regen wir auf spezifische Weise sogenannte Äther- oder Pranakräfte, die wir allgemein als feinere Lebenskräfte verstehen können, in ihrem Fluß und Aufbau an. Das richtige Erleben von Ätherkräften erlebt der Übende durch ein Empfinden der Leichtigkeit des Körpers wie auch der Psyche. Nicht mehr sind es die drückenden Schwerekräfte, die so sehr den Bewegungsapparat belasten, vielmehr erlebt sich der Praktizierende in sich selbst aufgerichtet und geschmeidig bewegt. So wie eine Getreideähre elegant und aufgerichtet fein ihren Stängel im Winde wiegt, so beginnt langsam der Mensch seinen Rücken auf neue Weise in Leichtigkeit zu erleben. Das gesunde Eingreifen dieser Ätherkräfte fördert im besten Sinne die Aufbau- und Regenerationsvorgänge im Leibe.
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