Aufmerksamkeit und Achtsamkeit -

Konzentration und Meditation

Unser Bewusstsein als ein schöpferisches Instrument und seine Entwicklung durch Yoga

Yoga diente ursprünglich der Reinigung und Konzentrationsentwicklung
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Ursprünglich diente der Yoga dem Aspiranten zu einer wachsenden Reinigung und Belebung seiner Bewusstseinskräfte hin zu einer größeren Fähigkeit und Ausrichtung eines meditativen, mehr seelisch-geistigen Erlebens. Der Yogi übte früher nicht einfach nur für sich und ein angenehmes Lebensgefühl, er verband mit der Yogapraxis ein tiefes Streben nach Entwicklung und einem größeren Einheitserleben mit dem Kosmos wie auch mit der eigenen, davon nicht zu trennenden tieferen Wesensnatur. Die verschiedenen Körperübungen waren nur ein Teil und Instrument zur Sammlung und Befreiung von allerlei anhaftenden Fremdkräften, die der damalige Mensch wohl wie eine Verschlackung erlebte, die ihn von einem feineren Erleben in tieferer Verbindung trennte. Die Yogaübungen fördern dabei ein ganz natürliches Erleben einer ersten Konzentration und einem feineren und differenzierten Empfinden.
Die Bedeutung der Schulung unserer seelischen Kräfte
In der hier vorgeschlagenen Yogaübungsweise, sollen aber gerade die wertvollen Werkzeuge unseres Bewusstseins - das Denken, Fühlen und Wollen eine gezielte Anregung und Stärkung erfahren. Diese Bewusstseinskräfte sind unsere seelischen Muskeln und sie bedürfen mehr denn je einer aktiven Entfaltung und Erkraftung. Unsere gegenwärtige Zeit neigt diesbezüglich zu einer starken seelischen Passivität und wir sind es gewohnt ein harmonisches Lebensgefühl mehr durch das Konsumprinzip herbeizuführen. Dadurch aber verkümmern immer mehr - und leider meist ungesehen - unsere schöpferischen und so wertvollen Werkzeuge unseres Seelen- und Bewusstseinslebens.

Alle sinnvoll ausgerichtete Aufmerksamkeit, Konzentration und Meditation sollte nach diesem Übungsverständnis niemals in die eigene subjektive Gefühlsinnenwelt abgleiten, sondern immer einen geordneten, wachen und klaren Außenbezug wahren, ja diesen sogar sorgfältig schulen. Selbst wenn wir einen konkreten Meditationsinhalt haben, nehmen wir diesen nicht wie eine Süßigkeit in den Schlund nach innen, sondern bilden eine ruhige, wache Anschauung gegenüber diesem. Dadurch erst kann unser persönliches und gebundenes Prinzip auf rechte Weise zurückweichen das seelische Auge erst wach werden für die Realität unseres körperlichen oder auch mentalen Gegenübers.

Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Konzentration und Meditation sind in der Summe sich steigernde Kräfte einer seelisch aktiven Bewusstheit. Eine faszinierende Welt der feineren und profunden Wahrnehmung eröffnet sich, die aber nochmals betont, das Gegenteil von allerlei schwärmerischen Gefühlen oder innerer Versunkenheit bedeutet. Aller Yoga und auch sogenannte Seelen- oder Meditationsübungen sollten den Menschen immer mehr in einen größeren Wirklichkeits- und Realitätsbezug führen und ihn nicht in die ganz besonders heute große Fangschlinge des subjektiv-emotional gebundenen Begehrens führen. Das sich schulende Seelenleben, muss sich zunächst auf sorgfältige Weise etwas mehr aus dem subjektiven leibgebundenen Fühlen entheben um sich in der Folge auf gesündere und objektive Weise mit der Welt und auch mit dem eigenen Leben zu verbinden.
Die Möglichkeiten der Konzentrationsentwicklung mit Körperübungen
Die Yogaübungen bieten nun in ihrer schöpferischen Auseinandersetzung eine faszinierende Möglichkeit diese so lichtvollen und feinen Konzentrationskräfte zu schulen und heranzubilden. Nur ist es immer das Bewusstsein und die regsamen seelischen Kräfte, die wir lernen in der Übung zu trainieren und aus denen wir dann die Übung mit einer feinen und tieferen Sinngestaltung beleben und veredeln. Das grossartige des hier dargestellten Yogaansatzes ist es, dass eine Yogaübung nicht nur eine rein körperliche Ebene besitzt, sondern darüber hinaus auch einen tieferen Bedeutungssinn mit einem spezifischen seelischen Erleben in sich trägt. Der so Praktizierende bleibt also nicht mehr nur allein Körperübender, sondern er lernt sich auf eigenaktive, ja schöpferische Weise mit der Übung und ihrer faszinierenden Dimension auseinanderzusetzen und sozusagen nicht nur etwas aus der Übung herauszuholen, sondern sogar eine tiefere Sinngestaltung in die Übung hineinlegen zu lernen. Das Üben wird zu einer wachsenden Kunst und ästhetischer Ausdruck einer regsamen Auseinandersetzung mit der seelisch-geistigen Dimension der Übungen. Dieser Vorgang kann in mehr einfachen Schritten bis hin zu einer tiefen Meditations- und Übungspraxis ihren Ausdruck erhalten.
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Der Drehsitz - ardha matsyendrasana - repräsentiert in seinem Ausdruck sehr wesentlich den Aspekt der Übersicht und Konzentration aus dem Haupte oder des sogenannten sechsten Energiezentrums in der Stirn.